aktuelle Betrachtung

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So weckt die Jahreslosung auch all die Erfahrungen, wo jemand abgewiesen wurde: an Grenzen mit Stacheldraht, durch Armut und Arbeitslosigkeit, aus gesundheitlichen oder altersbedingten Gründen, in Freundschaften und Beziehungen. Diese Erfahrungen haben sich vertieft und gehören jetzt zu uns. Von der Einladung Jesus her fällt ein Licht darauf. Er handelt anders als wir Menschen. Jesus traut sich und macht Mut. Von seiner Einladung geht Zuversicht aus. Die Menschen, die ihn erlebt haben, spürten das: Zachäus, den ungeliebten Steuereinnehmer, macht er zum Gastgeber. Mit der Frau aus Samarien knüpfte er ein Gespräch am Brunnen an und setzte sich damit über Grenzen hinweg. Jesus lässt unsere Erfahrungen in einem anderen Licht erscheinen. Der Unterschied mit der Erfahrungen ist: nehme ich sie mit Bitterkeit oder lasse ich sie zum Guten gedeihen?

Jesus sorgt mit Brot und Wein für leibliches und seelisches Wohl. Das gehört für ihn untrennbar zusammen. Seine Teilhabe schließt Essen, Trinken und Worte ein. Seine Einladung ist verbindlich. Sie hat nichts „einfach so Gesagtes“ (vielleicht rufe ich dich morgen an …) Er setzt darauf, dass Menschen seiner Einladung folgen. Er macht etwas Wesentliches von sich sichtbar: Jesus wird nicht abweisen / „nicht hinauswerfen“ (wie es im Griechischen heißt). Damit handelt er anders, als wir es in unseren perfekten Vorstellungen und Kräften könnten. Aber wenn wir seiner Einladung folgen, so werden uns neue Erfahrungen, Kräfte und Vorstellungen zuwachsen. Seine Zuversicht und sein Mut kann uns inspirieren. Lassen wir Jesus so einladend sein! Geben wir nicht vorschnell Antwort, wie er sich Leben und Glauben gedacht hat. Lassen wir ihn zu uns sprechen! Die Tür dazu ist geöffnet und mit jedem Moment der Begegnung mit ihm wird sie einen Spalt breiter offen stehen. Dann wird mich mehr und mehr das himmlische Blau und das leuchtende Gelb der Sonne umfangen. Der Schlüssel ist sein einladendes Wort.

Zu diesen Entdeckungen ermutigen Sie der Kirchenvorstand und die Ortsausschüsse des Zittauer Gebirges, Pfarrer Mai und alle Mitarbeitenden im neuen Jahr 2022 mit herzlichen Grüßen!

Ihre Pastorin Barbara Herbig