Zur Freiheit hat uns Christus befreit

Luthereiche in Olbersdorf
Luthereiche in Olbersdorf

Nun ist es da, das 500.Reformationsjubiläum! Zehn Jahre lang haben wir uns über verschiedene Themen darauf vorbereitet. Der Kirchentag feierte seinen Abschlussgottesdienst in Wittenberg, eine neue revidierte Ausgabe der Lutherbibel ist herausgekommen, und allein unsere Gebirgsgemeinden werden in diesem Jahr drei Lutherbäume gepflanzt haben.
Sind wir froh, wenn es vorbei ist?
Oder wird es doch etwas Bleibendes geben?
Was ist denn nun Luthers wesentliches Verdienst?
Die Bibelübersetzung mit ihrem Einfluss auf die deutsche Sprache?
Die Reform der Kirche, die dann doch nur zur Kirchenspaltung geführt hat?
Oder die theologischen Erkenntnisse, die man allerdings nur versteht, wenn man sich intensiv damit beschäftigt?
Sicherlich ist an all dem etwas dran, auch wenn manches umstritten ist – und Martin Luther in den vergangenen zehn Jahren zunehmend kritisch betrachtet worden ist.
Für mich aber bleibt nach wie vor die große Erkenntnis der Reformation – und der Grund, weshalb sie sich so schnell über Europa ausgebreitet hat: die Befreiung von der Angst!
Luther hat begriffen, dass wir keine Angst haben müssen, weder vor Hölle und Teufel, noch vor Gott! Und er hat sogar seine menschlichen Ängste vor der Macht der Kirche seiner Zeit überwunden und vor dem Reichstag seinen Glauben vertreten, dass es nur einen Maßstab für die Politik der Kirche geben darf, nämlich Jesus Christus, wie er in der Heiligen Schrift bezeugt ist.
Martin Luther hatte jede Menge Grenzen. Er war ein Kind seiner Zeit und seiner Herkunft. Aber an diesem Punkt ist er über sich hinaus gewachsen: Er hat uns gezeigt, dass wir uns von der Angst befreien können, wie Paulus schreibt: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit.“(Gal 5,1).

Ihre Pastorin Herbig